- SV62 Bruchsal

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Historie

Elfmeterrekord in Landesausstellung

Der SV Kickers Büchig und der SV 62 Bruchsal haben am 29. Juni 1977 einen bis heute unerreichten Elfmeterrekord in einem Aufstiegsspiel im Südwesten aufgestellt. Der Elfmeterkrimi hat nun auch seinen Platz im Haus der Geschichte in Stuttgart. Bei der Landesausstellung mit dem Titel „Gefühle, wo man Elfmeterrekord in Landesausstellung schwer beschreiben kann“ – nach einem Zitat von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann – wurden 2009 Höhepunkte des Fussballsports in Baden-Württemberg beleuchtet.

SV 62 Bruchsal – SV Kickers Büchig
Die Mannschaftsaufstellung des SV 62 im Überblick:


Die Dramatik:

Erst nach einem 165minütigen Fußball-Krimi und 20maligem Elfmeterschießen stand 1997 der SV Kickers Büchig als Aufsteiger in die A-Klasse fest. Mit 9:8 endet die Partie zwischen Büchig und dem SV 62 Bruchsal vor 600 Zuschauern auf dem Neibsheimer Sportplatz. Bis heute noch Rekord im Badischen Fußball. Unser SV 62 verließ am Ende den Platz nicht als schlechtere, sondern als glücklosere Mannschaft. Büchig erkämpfte sich den Sieg mit zehn Spielern, nachdem ein Akteur in der 81. Minute wegen Beleidigung den Platz verlassen musste. Einmal mehr startete der SV 62 Bruchsal spektakulär. Bereits nach einer Minute vergab Pentek aus kurzer Distanz freistehend. In den ersten 20 Minuten der Partie hatte der SV Kickers Büchig allerdings mehr vom Spiel. Die Angriffe liefen hier meist über Hipp, den besten Büchiger an diesem Tag. Mitte der ersten Hälfte startete unser SV 62 gefährliche Angriffe und setzte die Büchiger Abwehr unter Druck. So musste der ausgezeichnete Kickers-Keeper Kilian mehrfach bei Schüssen von Lutz, Jännicke, Viola und Pentek sein Können beweisen. In der 43. Minute scheiterte auch W. Knoll aus drei Metern am Büchiger Schlussmann, so dass die Partie bis zur Pause torlos blieb. Furios auch der Auftakt zum zweiten Spielabschnitt. So fand ein Pentek-Schuss in der 50. Minute erneut in Kilian, der geschickt den Winkel verkürzt hatte, seinen Meister. Nun setzte sich die bessere Technik des SV 62 durch, welcher die Kickers einen enormen Kampfgeist entgegensetzten. Die schwarz-gelben aus Büchig verloren sich zu diesem Zeitpunkt zu sehr in Einzelaktionen. Sand avancierte im Kraichgau-Team trotz einiger Schwächen im Abschluß noch zum agilsten Stürmer, während Karl-Heinz Weber sich lediglich durch übertriebene Härte hervortat (gestrecktes Bein gegen Lintz bei einem Abschlag). Als der Führungstreffer des SV 62 nur noch eine Frage der Zeit zu sein schien, tankte sich Büchigs Goalgetter Wolf in der 70. Minute durch die gesamte Abwehr des SV 62 und vollstreckte unhaltbar zum 1:0. Es war das erste und einzige Mal, dass sich Wolf wirkungsvoll in Szene setzte. Er lag ansonsten beim ausgezeichneten Schmidt sicher an der Kette. Schmidt zog sich im Übrigen bei einer Abwehraktion anfangs der zweiten Halbzeit eine tiefe Risswunde am Kopf zu, die nach dem Spiel (!) im Brettener Krankenhaus genäht werden musste. Er ließ es sich jedoch nicht nehmen, über die volle Spielzeit zu gehen und bereinigte trotz großen Kopfverbandes einige brenzlige Situationen mit dem Kopf. Bereits in der 72. Minute nutzte Pentek eine Unsicherheit in der Abwehr des Gegners zum 1:1 Ausgleich. Im Gegenzug leistete sich der damalige Unparteiische Rodiger aus Mannheim eine krasse Fehlentscheidung, als er dem SV Büchig einen Elfmeter nach angeblichem Handspiel von Schmidt zugestand. Panitz ließ sich die Chance zum 2:1 nicht entgehen. Als Büchigs Abwehr in der 80. Minute auf den Abseitspfiff des Schiedsrichters wartete, nutzte erneut Pentek die Chance zum 2:2. Das Spiel wurde nun hektischer und Karl-Heinz Weber, der zuvor bereits die gelbe Karte gesehen hatte, musste in der 82. Minute wegen Beleidigung des Linienrichters frühzeitig in die Kabine. Gegen zehn Büchiger berannte nun der SV 62 ungestüm das Tor von Killian, doch zu planlos waren die Angriffe angelegt, als dass sie die vielbeinige Abwehr der Kickers hätten ernstlich gefährden können. So endete die Partie nach 90. Minuten 2:2. Die Verlängerung von 2 x 15 Minuten brachte eine drückende Überlegenheit des SV 62, während Büchig nun alle Kräfte mobilisierte. Kilian stand öfter im Brennpunkt des Geschehens. Nur selten konnte Büchig Entlastungsangriffe starten. Die Verlängerung endete torlos, so dass ein Elfmeterschießen bis zur Entscheidung anstand. Noch konnte Keiner ahnen, dass Historisches bevor stand. Ein 45minütiger Fußball-Krimi rollte dann vor den 600 Zuschauern ab. Nervenkitzel und knisternde Spannung endeten erst nach 20 Elfmetern, als der Torwart von Büchig Kilian unseren Torwart Lintz mit einem platzierten Schuss bezwang. Kilian krönte mit diesem Tor, das für Büchig den Aufstieg bedeutete, seine ausgezeichnete Leistung an diesem Tag. Der SV Büchig konnte sich bei ihm bedanken, dass dieses Spiel gewonnen wurde. Unsere Spieler verließen den Platz nicht als die Schlechteren, sondern als die Glückloseren.

Unser Trainer Hirschmann:

„Ich kann meiner Mannschaft, ob der Niederlage, die ich noch nicht verdaut habe, keinen Vorwurf machen, da sie aufopferungsvoll gekämpft hat. Wir waren stärker als Büchig und hatten das Pech, dass der Torwart der Kickers, Kilian, einen Glanztag erwischt hatte. Das Spiel hat gezeigt, dass Glück in einem Fußballspiel doch eine entscheidende Rolle spielt. Das verhältnismäßig faire Treffen hat der Glücklichere gewonnen, wobei es für jeden der beiden Kontrahenten schade gewesen wäre, nach einer solch schweren Runde auszuscheiden.“

 
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