- SV62 Bruchsal

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Historie

Unser neues Clubhaus ...


In den nahezu drei Jahrzehnten seit der Gründung beeinträchtigten teilweise kurzfristig abgeschlossene Pachtverträge zwischen der Stadt Bruchsal und dem Besitzer des Sportgeländes die Zukunftsperspektiven des Vereins. So war es sehnlichster Wunsch endlich über eigene Grundstücke bzw. von der Stadt gepachtete Grundstücke verfügen zu können, um darauf ein eigenes Clubhaus mit langjährigem Bestand errichten zu können. Zwischenzeitlich wurden neben unserem Clubgelände das Gewerbliche Bildungszentrum mit Sporthalle vom Landkreis Bruchsal errichtet und dem SV 62 Bruchsal die Möglichkeit gegeben, die Sanitärräume in der Sporthalle und dem Sportplatz mitzubenutzen. So konnten ab den späten Achtzigern zumindest die aktiven Spieler des Vereins vernünftige Bedingungen vorfinden. Die Verwaltungs- situation des Vereins vereinfachte sich dadurch nicht unbedingt.

Mit dem Landkreis und der Schulleitung waren weitere Verhandlungspartner für unseren Verein hinzugekommen, was in der Summe den Vereinsmitarbeitern noch mehr Kraft kostete. Insbesondere der ehemalige OB der Stadt Bruchsal, Herr Bernd Doll, hatte für den SV 62 Bruchsal immer ein offenes Ohr. Mit überaus großem Engagement betrieb er mit seinem damaligen Hauptamtsleiter, Herrn Otto Ihle, die Verhandlungen mit dem Besitzer des Geländes – der Fam. Kühn. Am 24.07.1991 meldete ein stolzer OB persönlich beim Vereinsvorsitzenden „Vollzug“ und tags darauf war in der Bruchsaler Rundschau zu lesen:


„SV 62 bekommt einen ‚eigenen‘ Sportplatz

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich gestern die frohe Kunde in Bruchsals Südstadt: Die Stadt Bruchsal hat – notariell bereits beurkundet – das bislang im Privatbesitz befindliche Sportgelände käuflich erworben, d.h., der SV 62 kommt damit erstmals in den Besitz eines ‚eigenen‘ Stadions, der Verein kann nun auch endlich ein Clubhaus bauen.“

Nun konnte es endlich losgehen! Die Planungen sahen vor, dass der „alte“ Sportplatz von der Nord-Süd-Richtung in die Ost-West-Richtung gedreht werden sollte, so dass zwischen ihm und dem Stadion des GBZ ein Clubhaus gebaut werden konnte. Bereits Anfang 1992 wurden nach der nahezu einstimmigen Zustimmung durch die Generalversammlung die vom Architekturbüro Neuwald erstellten Baupläne zur Genehmigung eingereicht. Das Genehmigungsverfahren zog sich zwischenzeitlich über ein Jahr hin. U. a. war nach den ursprünglichen Planungen die Terrasse des neuen Clubhauses auf den GBZ-Platz ausgerichtet, was die dortige Schulleitung jedoch ablehnte. So mussten die Pläne verändert und neu eingereicht werden. Im Juni 1993 traf dann endlich die Baugenehmigung ein und kurz darauf folgte der erste Spatenstich. Die weiteren Planungen sahen vor, dass  fast der gesamte Neubau in  Eigenregie und unter tatkräftiger Mithilfe der Vereinsmitglieder erstellt werden sollte. Noch in der ersten Euphorie stellte sich heraus, dass von diesen kaum einer einen Bauberuf ausübte. Kurzerhand wurde Hans Abmaier zum „Capo“ berufen, der mit unermüdlichem Engagement, großem Sachverstand und noch größerer Geduld  mit  den  „Baulaien“  die  Seele  des Neubaues war. Mit über tausend Arbeitsstunden war er am Ende dann auch unerreichter Spitzenreiter, gefolgt von Karl Bleier, Johann Klinger, Andreas Eisenmann, Artur  Bader und vielen, vielen weiteren Helfern, die teilweise auch Stunden im hohen dreistelligen Bereich erzielten. Gott sei Dank war für die Versorgung der vielen Bauhelfer auch gesorgt. Rechtzeitig wurde ein Schwein geschlachtet und verwurstelt. Ebenfalls mit großem Engagement servierte die Damengymnastikabteilung den Bauarbeitern liebevoll die köstlichen Speisen. Da machte das Schaffen Spaß! Fast alle Gewerke wurden in Eigenarbeit erledigt und so nach und nach entwickelten sich vormals Baulaien zu Bauexperten. Am 25.03.1994 konnte bereits Richtfest gefeiert werden, nachdem unser treues Vereinsmitglied Ernst Schmidt den Dachstuhl aufgeschlagen hatte. Auch der Innenausbau wurde ausschließlich mit eigenen Vereinsmitgliedern durchgeführt. Zum Glück und zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit hatten wir da wenigstens einige Profis!  


Vom 3. bis zum 5. März 1995 konnte das neue Clubhaus feierlich eröffnet werden! Voller Stolz präsentierte der Vereinsvorsitzende Johann Klinger den anwesenden Ehrengästen und Bauhelfern das Ergebnis der 21monatigen Bauzeit: Das Clubhaus erstreckt sich auf einer Grundfläche von 20 x 13 m auf drei Ebenen mit einer Nutzungsfläche von 560 m². Im Untergeschoss sind Toiletten, Umkleidekabinen und Funktionsräume untergebracht. Im 1. Obergeschoss befinden sich u. a. die Gaststätte mit Nebenzimmer mit insgesamt 110 Plätzen. Im 2. Obergeschoss  wurde  ein  Sportraum  mit  ca. 140 m² errichtet. Durch diese Einteilung wurde erreicht, dass zwei Drittel des gesamten Gebäudekomplexes bezuschusst werden konnten. Das Eröffnungswochenende fand seinen Höhepunkt, als am Samstag, den 04.03.1995  unter  den  Klängen des  Fanfarenzuges  ein  Festumzug  von der Gründungsstätte des Vereins der damaligen Gaststätte „Waldschänke“ an der Waldstraße zum neuen Clubhaus zog. Schlussendlich wurden für das „Jahrhundertprojekt“ des Vereins Tonnen von Eisen, tausende Steine und Unmengen an Beton, Mörtel und sonstiges Bauzubehör von wenigen Profis und vielen lernwilligen Amateuren bewegt und verarbeitet. Knapp 18.000 Arbeitsstunden und ca. 600.000 DM flossen in den mit 1,2 Millionen DM veranschlagten Gebäudekomplex, wovon damals lediglich 200.000 DM über die Bank finanziert werden mussten. An dieser Stelle sei nochmals allen Helfern von  Herzen  gedankt.  Unter Zurückstellung von privaten Interessen habt ihr mit unermüdlichem  Einsatz bei einem Meilenstein des Vereins mitgewirkt. Dafür gebührt euch Hochachtung!  

Einweihung des „gedrehten“ Sportplatzes


Im August des Jahres 1993 konnte nach einer fast 30jährigen Wartezeit der neue Sportplatz in der Südstadt eingeweiht werden. Der damalige 1. Vorsitzende des SV 62, Johann Klinger, hob in seiner Rede unter zahlreichen Gästen aus dem gesellschaftlichen Leben, das persönliche Engagement des damaligen Oberbürger- meisters Bernd Doll heraus. „In manch kritischer Phase der Baudurchführung hätte der OB durch persönliches Engagement die Wende zum Positiven herbeigeführt.“ Zum ersten Sportfest auf dem neuen Sportplatz hatten 32 Betriebs- und Stammtischmannschaften zugesagt. Unter anderem wurde dabei der Klaus-Bühler-Pokal ausgespielt, der vom damaligen Bundestagsabgeordneten persönlich überreicht wurde.
Für die aktiven Spieler des SV 62 war jedoch keine Zeit zur ausgiebigen Feier, denn als adäquaten Rahmen für diese Sportplatzeinweihung bescherte das Los in der dritten Runde des Verbandspokals, den damaligen HSV-Bezwinger, den VfB Eppingen zum Spielgegner. Vor mehr als 700 Zuschauern konnte dann der neue Platz den Aktiven des SV 62 Bruchsal übergeben werden. OB  Doll ließ es sich dann auch nicht  nehmen zur Sportplatzübergabe einen Fußball an den damaligen Spielführer Andreas Mohr zu übergeben. In der anschließenden Rede zur Platzübergabe bedankte sich Doll auch bei Familie Kühn, die den Bau des Sportplatzes durch die Bereitstellung des Grundstückes erst ermöglicht hatte. Ebenso würdigte er die zahlreichen freiwilligen Mitglieder, die in ihrer Feizeit kräftig am Bau mitgeholfen und damit zu einer nicht unerheblichen Kostensenkung beigetragen hatten.

Abriss und Emotionen

Im März 1996 – der Verein residierte seit einem Jahr im neuen Vereinsheim, da musste die legendäre „zweite Hütte“ des Vereins dem Fortschritt weichen bei deren Einweihung, zwanzig Jahre zuvor, sprach der damalige 1. Vorsitzende, Reinhard Himmler, von „ca. 120 Quadratmeter Zwischenlösung“. Endlich verfügte man über ordentliche Kabinen, Sanitärräume, Küche und Versammlungsräume. Der Verein nahm diese Vorzüge  dankbar an. Doch am Anfang und Ende bereitete das Haus auch großen Kummer. Erst als alle  Bauvorschriften erfüllt, Mängel beseitigt und alles abgenommen war, konnte man aufatmen. Ungleich schwieriger war dann der Abriss. Umweltschutzbestimmungen, gestiegene Kosten für die Entsorgung und
Rückbau des Geländes belasteten den Verein sehr. Auch die Helfer waren schwer zu motivieren. Schon durch den Neubau sehr beansprucht, wusste jeder, hier reißt er 19 Jahre Vereingeschichte ein! Alle Abteilungen konnten sich voll entwickeln, die Gaststätte offen für alle und Zentrum der Geselligkeit. Mit den Wirtsleuten hatte man Glück, am Abriss- und Emotionen-Stammtisch saß man in Zweierreihen. Barhocker gab es keine und der neue Damenstammtisch sollte die jeweils wichtigen Themen bündeln. Zum Feiern gab es immer gute Gründe. Man stieg auf – oder ab, man feierte die Mannschaft, den Trainer, Silvester, die Stadtmeisterschaften oder einfach sich selbst. Oft setzten sich dann die guten Sänger durch (unterstützt von einer „Boy-Group“ aus Ubstadt) und Titel wie „Sitzt ein kleiner Vogel“, „O du mein stilles Tal“ oder „Das Zigeunerkind“ gehörten zum viel bejubelten Standard- Programm. Wenn an der Theke dann beim „Kling Glöckchen“ der SV wieder mal mit dem Hammer da war … war es höchste Zeit, die Kinder im blauen Salon einzusammeln und nach Hause zu gehen ... „Hotel la Schupp“ – schöne Zeit!

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü